-
-
-
Holger
- 23. September 2012 in Australien, Photoblog, Reiseblog
Townsville to Cairns
Wir hatten uns früh morgens von Chelly, Tully und Smurphy verabschiedet und nun ging es am Meer entlang den Bruce Highway hoch. Was passt da musikalisch besser als der Boss?
Heute sollte unsere letzte Etappe der “Überführung” sein – sobald wir in Cairns ankommen, fängt der Trip ‘richtig’ an.
Um 10 Uhr sahen wir das erste mal richtig das Meer – 20 Meter neben der Straße. Ein bißchen weiter hoch stand ein Anhänger, der Meat Pies verkaufte mit dem Slogan “Even the locals eat them”. Wer kann da noch widerstehen?
Ich weiß gar nicht, wie mir die Meat Pies (oder einfach nur Pies, wie der Australier sagen würde) bei meinem ersten Trip an mir vorbei gegangen waren. Jetzt liebe ich sie. Aus Kostengründen gibt’s nicht jeden Tag Pie, aber wenn, dann genieße ich es in vollen Zügen.
Weiter ging’s den Bruce Highway entlang. Hier kann man gut Kilometer schrubben und wir hatten nichts dagegen, früh im Campground anzukommen, da sich die Campingplätze immer mehr füllten, je weiter wir nach Norden kamen. Außerdem hatte ich abends ein Interview per Telefon oder Skype und wollte genug Zeit vorher haben, mich vorzubereiten und die Technik zum Laufen zu kriegen.
Wir waren für unsere Verhältnisse sehr früh im Campground (so gegen 3), bauten unser Camp auf und auch das erste Mal das Vorzelt. Dazu mussten wir das erste mal die Helpline unseres Vermieters anrufen, da wir die Stangen einfach nicht finden konnten. Der Van ist ja schon intelligent mit Stauraum ausgestattet. Zumindest für mich manchmal zu intelligent.
Mit Telefonsupport ging es dann ganz schnell, das Zelt stand, wir sprangen erst in unsere Badehosen und dann in den Pool. Anschließend packten wir unsere Kettlebell und unsere Gummibänder aus und machten endlich mal Sport. Mit dem Hintern im Auto zu sitzen macht in kurzer Zeit ganz schön unfit. Wir hoben und pumpten und schwangen also gut 45 Minuten mit den Geräten zur Belustigung unserer Campnachbarn herum. Aber seitdem wir Crossfit machen und in Fitnesstudios Burpes und Handstände machen, sind wir das gewöhnt auch mal aufzufallen beim Workout.
Eine Dusche später saß ich in meinem Funktionspolo auf dem Beifahrersitz und hatte mehr Technik auf dem Schoß als ein Funker im Einsatz. Option 1 war per Campingplatzwlan und Skype in England anzurufen. Option 2 war, unser eigenes mobiles WLAN zu nutzen. Das ganze ginge evtl. auch mit iPad, das besseren Empfang hat, als der Laptop. Oder doch die lange WLAN-Antenne an’s Macbook anschließen?
Was soll ich Euch sagen – nach 45 Minuten Kampf mit der Technik habe ich mich einfach entschlossen, die Freiminuten, die wir beim Kaufen unserer Prepaid-SIM-Karten gekriegt hatten, zu verblasen. Das Interview lief gut und war nach einer Stunde durch. (Noch wird nix verraten, worum es ging. Das könnte Pech bringen. Sobald es offiziell ist, gibt’s hier die News!)
Ich fiel um viertel vor Acht glücklich und klitschnass geschwitzt aus der Fahrerkabine und Kerstin drückte mir einen kalten Rum & Coke in die Hand.
Beim Duschen hatte ich die Bekanntschaft mit ein paar Deutschen Jungs gemacht. Wir konnten uns nicht sehen, nur hören. Die Unterhaltung lief in etwa so ab und ich gebe sie hier wieder, weil ich auf mein interkulturelles Verständnis schon ein bißchen stolz bin:
– “Jungs, wo kommt Ihr her?”
– “Kaiserslautern! Und Du?”
– “Frankfurt.”
Lautes Gröhlen, das in ein bedrohliches UUUUuuuuuuh übergeht.
– “Ich in aber kein Fußballfan.”
– “Uff, was ein Glück. Hätte den Streß jetzt hier nackt nicht gebraucht”.Als ich dann ein paar Stunden später mit meinem Rum & Coke am Zelt saß kamen die beiden verhinderten Hooligans noch mal vorbei und stellten sich als sehr umgängliche und angenehme Studenten heraus – wenn man mal von der FCK-Hose absah.
Eigentlich hatten wir locker den Plan gefasst, noch mal in die Stadt zu fahren um einen zu Trinken. Aber um 8 schauten wir uns tief in die Augen, was auf beiden Seiten von schmerzvollen Stöhnen begleitet wurde, da das dazu nötige Heben des Kopfes mit dem Vorboten von Muskelkater im ganzen Körper untermalt wurde, und entschieden, einfach ins Bett zu gehen.
10 Minuten nach der Entscheidung begann es, zu regnen. Wir schliefen selig ein, während wir uns fragten,
- warum sich die Opossums eigentlich immer so schlagen müssen
- warum die das immer unter, über oder neben unserem Bett machen müssen.
Was haltet Ihr von Opossums? Sehen ja ganz niedlich aus aber scheinen echt nicht sehr umgänglich zu sein. Hab in Townsville eins nachts im Baum gefunden, das so groß war wie ein tasmanischer Teufel. Und mindestens so aggressiv!
Gefahren: 350 km den Bruce Highway entlang
Gehört: Bruce Springsteen & the E-Street Band live ’75-’85 (inclusive der Hammerversion von “The River”)
Gegessen:10 Uhr Meatpie am Meer, Hungry Jack’s (Burger King) zum Lunch, abends dicken Schweinebraten
Getrunken:Bundaberg Rum & Coke
-
Kostenloses Photobuch!
Jetzt neu: Photobuch mit unseren schönsten Photos aus NSW und Queensland. Tragt Euch einfach in den kostenlosen Newsletter ein und schon könnt Ihr das Buch herunterladen.
Zum Downlad! Auf Facebook!



















